Kühlschrank Stromverbrauch
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Lebensmittel und Gefriergut auf Temperatur zu halten ist für den heimischen Kühlschrank ein 24-Stunden-Job. Eine Auszeit kann er sich nicht leisten und ohne ausreichend Strom streikt er. Der Stromverbrauch eines Kühlschranks bestimmt also direkt die Höhe der laufenden Kosten. Die Rechnung ist simpel: Für jede verbrauchte Kilowattstunde fällt der mit dem Stromanbieter vertraglich vereinbarte Betrag an. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Strompreis pro Kilowattstunde (kWh) die 30-Cent-Marke überschreitet. Strom wird immer teurer und damit sparsame Geräte immer gefragter. Beim Kauf eines neuen Gerätes gilt es einige Dinge zu beachten. Sonst entpuppt sich selbst ein vermeintliches Schnäppchen langfristig zum Geldfresser. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich bei Kühlschränken zudem ordentlich Energie und damit Geld sparen. Die besten Tipps und was man auf gar keinen Fall machen sollte, verraten wir in diesem ultimativen Ratgeber.

Worauf es beim Kauf eines Kühlschranks wirklich ankommt

Beim Kauf eines neuen Kühlgerätes spielen neben dem Nutzinhalt, der Ausstattung und der Optik hauptsächlich die Kosten die entscheidende Rolle. So wird häufig die Energieeffizienzklasse als wichtigstes Kriterium zur Beurteilung des Stromverbrauchs herangezogen. Das kann man so jedoch nicht stehen lassen. Worauf es in puncto Kosten wirklich ankommt und wie man sie konkret errechnet, soll mit den drei wichtigsten Punkten veranschaulicht werden.

    • Energieeffizienzklasse
      Die Energieeffizienzklasse gibt Auskunft darüber, wie sparsam Haushaltsgroßgeräte sind – oder auch nicht. Die Kennzeichnung mit einem entsprechenden Energielabel welches die Energie-Effizienz-Klasse angibt, ist in der EU seit der Einführung 1998 Pflicht. Diese Transparenz ermöglicht es dem Verbraucher, sich schnell einen Überblick über den Energieverbrauch und die anfallenden Stromkosten verschaffen und einzelne Geräte miteinander vergleichen zu können. Gefordert werden soll damit zudem der Absatz von sparsamen Kühlschränken innerhalb der Europäischen Union. Die Einteilung erfolgt dabei in sieben Klassen, die von A bis G reichen, wobei A die höchste ist und die Geräte diese Klasse entsprechend am sparsamsten. Da die technische Innovation mit dem Erscheinen des Energielabels nicht versiegt ist und fortschrittliche Technologien noch effizientere Geräte hervorgebracht hat, musste die Skala erweitert werden. Man ist dazu übergegangen, Klasse A um zunächst ein, später dann um zwei und letztendlich drei Plus zu erweitern. Die höchste Energieeffizienzklasse entspricht gegenwärtig also A+++, dicht gefolgt von Geräten der Klasse A++ und A+. Allerdings hat die Energie-Effizienz-Klasse isoliert betrachtet noch keine Aussagekraft über den tatsächlichen Stromverbrauch und die anfallenden monatlichen Kosten.
    • Stromverbrauch und -kosten
      Das Energielabel gibt immer auch Auskunft darüber, wie hoch der jährliche Stromverbrauch ausfällt. Er wird stets in Kilowattstunden (kWh) angegeben. Man kann mithilfe dieser Angabe nun errechnen, wie hoch die Stromkosten für verschiedene Zeiträume ausfielen. Es empfiehlt sich neben den anfallenden Kosten pro Jahr auch die monatlichen Kosten und die Kosten für Zeiträume von drei oder fünf und 10 Jahren zu berechnen. Denn so lange ist ein Kühlschrank im Durchschnitts-Haushalt im Einsatz, ehe er durch einen Nachfolger ersetzt wird. Sollte der Strompreis vom eigenen Stromanbieter gerade nicht zur Hand sein, kann man auch mit einem fiktiven Strompreis rechnen. Wir empfehlen 30 Cent pro Kilowattstunde zu veranschlagen. Es geht hierbei auch nicht darum, auf den Cent genau die laufenden Kosten zu ermitteln. Die Rechnung dient dem Vergleich all der Geräte, die man in die engere Auswahl genommen hat. In der Realität stimmt der tatsächliche Stromverbrauch des Kühlschranks in den eigenen vier Wänden nämlich fast nie exakt mit den Angaben des Herstellers überein. Zu viele Faktoren spielen hier eine Rolle. Mehr dazu weiter unten. Ein einfacher Dreisatz, ein Taschenrechner und ein Blatt Papier mit einem Stift um die Ergebnisse festzuhalten reichen völlig aus.
  • Wir haben zur Veranschaulichung eine Beispielrechnung erstellt:
    » Kühlschrank #1
    » Kühlschrank #2
    Kaufpreis
    699€
    999€
    Nutzinhalt
    300 Liter
    300 Liter
    Energieeffizienzklasse
    A+
    A+++
    Stromverbrauch pro Jahr
    300 kWh
    150 kWh
    Stromkosten
    - Pro Monat
    7,40€
    3,70€
    - Pro Jahr
    90€
    45€
    - In 5 Jahren
    450€
    225€
    - In 10 Jahren
    900€
    450€
    Gesamtkosten
    » 1.499€
    » 1.449€
    Kaufpreis + Laufende Kosten über 10 Jahre
    Angenommener Strompreis: 0,30€ / kWh | Monat = 30 Tage
  • Gesamtkosten
    Man sollte beim Vergleichen immer die laufenden Kosten, also die Stromkosten über den gesamten Zeitraum der voraussichtlichen Nutzung, mit dem Kaufpreis des Kühlschranks addieren. Das Ergebnis dieser simplen Rechnung entspricht dann den Gesamtkosten, die voraussichtlich anfallen werden. So lässt sich leicht darstellen, welches Gerät am Ende das günstigste sein wird. Oftmals kommen dabei überraschende Ergebnisse zu Tage. Denn vermeintlich günstige Geräte können mittel- und langfristig mit höheren Kosten an Kühlschränken vorbeiziehen, die in der Anschaffung zunächst deutlich teurer sind. Beim Kauf spielen natürlich immer auch unmittelbare Faktoren eine Rolle. Bei einem begrenzten Budget kann man sich den Aufpreis zum Kandidaten welcher am Ende der günstigste sein wird oft schlicht nicht leisten. Hier gilt es Prioritäten zu setzen und genau zu kalkulieren. Auch die Ausstattung des Kühlboliden wie integrierte Features und Funktionen müssen natürlich verglichen werden.

Stromverbrauch senken – Kosten sparen

Unabhängig davon, ob man einen neuen und sparsamen Kühlschrank mit einer hohen Energieeffizienzklasse sein Eigen nennen kann oder ein altes Gerät zuhause hat, welches noch eine Weile seinen Dienst in der Küche verrichten muss – Den Stromverbrauch kann mit den folgenden 8 einfachen Maßnahmen jederzeit spürbar reduzieren. Und zwar sofort und absolut kostenlos.

1Der Standort macht den Unterschied

Auch wenn man bezüglich des Standortes eines Kühlgeräts meist nur wenig Spielraum hat – vor allem bei Einbaugeräten – sollte man einige Dinge beim Aufstellen beachten und wann immer möglich in die Praxis umsetzen. Für freistehende Kühlschränke gilt deshalb:

  • Umgebungstemperatur
    Je niedriger die Umgebungstemperatur, je weniger Kühlleistung muss der Kühlschrank auch erbringen um die eingestellte Kühlschranktemperatur zu halten. Je kühler die Umgebung des frostigen Gesellen ist, je weniger Strom verbraucht er also effektiv.
  • Keine Sonne
    Direkte Sonneneinstrahlung gilt es zu vermeiden. Wird der Kühlschrank eingeheizt, verbraucht er richtig viel Energie. Immerhin würden sich die Lebensmittel in einer Sauna nicht besonders wohl fühlen.
  • Von Wärmequellen fernhalten
    Die Nachbarschaft sollte man immer genau unter die Lupe nehmen, ehe man irgendwo dauerhaft niederlässt. Dasselbe gilt auch für Kühlgeräte aller Art. Sie sollten auf keinen Fall in unmittelbarer Nähe zu Wärmequellen jedweder Art stehen. Dazu zählen neben dem Herd auch Heizung und Spülmaschine. Denn diese Nachbarn sorgen sprichwörtlich für heiße Luft und treiben den Energieverbrauch in die Höhe. Das ist nicht gut.
  • Luftzirkulation ermöglichen
    Kühlgeräte entziehen dem Innenraum Wärme und geben diese dann nach außen an die Umgebungsluft ab. Das ist das einfache Prinzip hinter dem Kühlvorgang. Dies geschieht über das Gitter, welches man auf der Rückseite der Geräte findet. Es sollte sich keine Luft anstauen können. Deshalb sollte man dem Kühlschrank etwas Platz zum Atmen zugestehen. Von der Rückseite zur Wand sollten es mindestens 5 Zentimeter sein. Links und rechts sollten mindestens 3,5 Zentimeter Luft sein. Es darf aber gerne mehr sein!

Man sollte den Standort für seinen Kühlschrank also stets mit Bedacht wählen. So kann man wirklich eine Menge Strom sparen. Das macht sich über die Monate und Jahre auch unübersehbar auf der Stromrechnung bemerkbar!

2Kühlschrank reinigen – Und zwar regelmäßig

Man sollte Kühlgeräte und ihre Umgebung stets frei von Staub und Schmutz halten. Das hilft beim Energie sparen und ein netter Nebeneffekt ist zudem, dass die Gerätschaften stets gepflegt aussehen und man sich auch vor dem Besuch nicht zu schämen braucht. Dies gilt vor allem aber für Stellen, die nicht auf den ersten Blick einsehbar sind. Also regelmäßig einen Staubsauger in die Hand nehmen und die Zwischenräume die den Kühlschrank von den umliegenden Wänden trennt ausgiebig vom Staub befreien, der sich immer wieder dort ansammelt. Bei freistehenden Geräten gestaltet sich dies in der Regel sehr einfach. Ansonsten kann man vielleicht ein bisschen schieben und ziehen und das Gerät im Anschluss dann wieder an seinen alten Platz zurück rücken. Zwei Stellen verdienen ganz besonders viel Aufmerksamkeit.

  • Rückseite
    Auf der Rückseite befindet sich der Wärmetauscher. Über ihn wird die Wärme an die Umgebungsluft abgeführt. Er hat die Gestalt eines Gitters und sollte möglichst zwei oder drei Mal im Jahr vom Staub befreit werden. Ansonsten staut sich hier die Wärme und die Leistung um die angestrebte Kühlschranktemperatur aufrecht erhalten zu können muss entsprechend erhöht werden. Die wöchentliche Reinigung ist übrigens überflüssig. Man muss es auch nicht übertreiben. Aber wenn man die Möglichkeit sowie Zeit und Muße hat, sollte man nicht davor zurückschrecken und sich hier und da mit dem Staubsauger oder einem Staubtuch daran zu schaffen machen. Auch Handstaubsauger erweisen sich bei dieser Tätigkeit als sehr praktisch.
  • Türdichtungen
    Auch die Türdichtungen sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden. Schmutz kann dazu führen, dass der Kühlschrank nicht mehr luftdicht schließt. Ist dies der Fall, entweicht permanent kalte Luft und ein Austausch mit der wärmeren Umgebungsluft kann so stattfinden. Das kostet ordentlich Energie und kann mächtig ins Geld gehen.

3Die optimale Kühlschranktemperatur

Im Kühlschrankinneren sollte es nicht zu warm sein, klar. Aber auch nicht zu kalt. Eine Kühlschranktemperatur von 7°C im Kühlbereich ist der beste Deal. Im Gefrierfach sollten es -18°C sein. Für jedes Grad weniger muss man mit einem Mehrverbrauch an Strom mit mindestens 5% rechnen. Wer seine Butter gerne auftauen möchte ehe er sie auf’s Brot streicht, kann aber auch noch einen drauf setzen. Nennenswerte Vorteile ergeben sich daraus jedoch nicht. Die Kühlung muss gegebenenfalls in Sommer und Winter angepasst werden. Am besten man nutzt hierfür ein Kühlschrank-Thermometer. Diese Helfer liefern einem exakte Werte. Wenn sich keine empfindlichen Lebensmittel im Kühlteil befinden und keine Temperaturen benötigt werden die kurz oberhalb des Gefrierpunktes liegen, sollte man sich die Mühe machen und die perfekte Einstellung für den eigenen Haushalt finden. Gerade im Winter macht diese Maßnahme Sinn, wenn die Temperaturen in der Küche ohnehin niedriger sind als an heißen Sommertagen.

4Abtauen

Moderne Kühlschränke können nahezu immer mit Technologien aufwarten, die die Vereisung im Kühl- und Gefrierbereich auf ein Minimum reduzieren. Die Bezeichnungen können sich von Hersteller zu Hersteller unterscheiden. Häufig ist von “Low-Frost” die Rede. Oftmals werben Hersteller sogar damit, dass es im jeweiligen Gerät überhaupt keine Vereisungen mehr gibt. “No-Frost” ist keine Seltenheit mehr und in der Tat leisten diese Funktionen oft erstaunliches. Sollte man jedoch selbst nicht im Besitz eines dieser High-Tech-Boliden sein sondern einen etwas betagteren Lebensmittelhüter haben, wird man jedoch auf mittel oder lang nicht umhin kommen, das Gerät abzutauen. Zu lange sollte allerdings nicht gewartet werden, denn auch wenn sich noch keine nennenswerte Eisschicht gebildet hat, steigt der Energieverbrauch stark an. Je dicker die Eisschicht, je höher der Stromverbrauch. Also am besten alle 6 bis 8 Wochen kontrollieren, ob ein Abtauen erforderlich ist und sich die Zeit nehmen, die Sache anzugehen. Außerdem nimmt eine dicke Eiskruste auch unnötig Platz in Kühl- und Gefrierfach weg.

5Keine warmen Speisen

Nicht selten bleibt etwas vom Mittagessen übrig oder Das vorbereitete Essen für den Besuch muss bis zu dessen Erscheinen kaltgestellt werden. Warme Getränke und Speisen sollten aber unbedingt auf Zimmertemperatur herabgekühlt sein, ehe man sie in den Kühlschrank stellt. Denn für den Kühlvorgang benötigt dieser eine Menge Energie. Außerdem entsteht Kondenswasser, welches sich an den Wänden niederschlagen und unter Umständen festfrieren kann. Also besser abwarten und den Temperaturschock vermeiden.

6Möglichst voll machen – aber nicht zu voll

Je voller der Kühlschrank ist, je weniger kalte Luft kann beim Öffnen entweichen. Ist das Gerät nur halbvoll, strömt warme Luft in den Innenraum. Ein unvorteilhafter Luftaustausch findet statt. Das kostet ordentlich Energie und damit Bares. Lebensmittel eignen sich darüberhinaus wunderbar als Kältespeicher. Vor allem Flaschen und Tetrapacks machen hier einen guten Job. Sie sorgen dafür, dass die Kühlschranktemperatur sich nach dem Öffnen rasch wieder der Ausgangstemperatur angleicht. Die Größe des Kühlschranks sollte immer genau auf die persönlichen Anforderungen und Ansprüche abgestimmt sein. Nicht zu klein, nicht zu groß – einfach genau richtig. So spart man Energie. Wenn man Lebensmittel und Gefriergut zudem ordentlich und strukturiert einräumt, verliert man zu keinem Zeitpunkt den Überblick und muss nicht lange nach Lebensmitteln suchen. Die Tür bleibt nicht unnötig lange geöffnet und wieder hat man etwas zum Sparen beigetragen.

7Im Kühlteil auftauen

In der Regel wird das Gefriergut auf im Waschbecken der Küche aufgetaut. Dort oder auf der Arbeitsplatte ist Tiefkühlkost aller Art eigentlich auch gut aufgehoben. Noch besser wäre es allerdings, sie in den Kühlteil zu geben. Dort übernehmen Tiefkühlpizzen & Co dann die Aufgabe des Kompressors, welcher sich seltener einschalten muss, um die niedrigen Kühlschranktemperaturen aufrecht zu erhalten. Die gefrorenen Lebensmittel halten die Luft angenehm kalt. Damit keine Pfütze entsteht bietet es sich an, das Gefriergut in eine Schüssel zu legen oder auf einen Teller zu stellen.

8Kühlgeräten eine Pause gönnen

Bei längerer Abwesenheit sollte der Kühlschrank abgeschaltet werden. Bei der Gelegenheit bietet es sich an, ihn innen gleich zu reinigen. Danach sollte die Tür einen Spalt offen gelassen werden, damit sich keine unangenehmen Gerüche bilden. Einige Modelle verfügen über einen Urlaubsmodus. Ist dieser aktiviert, wird die Temperatur im Gefrierfach konstant gehalten, während das Kühlabteil nicht mehr oder kaum gekühlt wird. Geräte ohne diese Funktion müssen abgetaut werden.

» Besonders sparsame Retro-Kühlschränke

Wir haben uns auf die Suche nach nostalgischen Stromspartalenten begeben und unsere Favoriten in die TOP#5 der besten Retro-Kühlschränke übernommen. Die Kandidaten kann man hier in Augenschein nehmen.