Was die Energieeffizienzklasse wirklich aussagt

Jeder Kühlschrank der innerhalb der Europäischen Union verkauft wird, muss mit einem sogenannten Energielabel gekennzeichnet sein. Auf diesem finden sich diverse Angaben wie der Nutzinhalt in Litern, die Lautstärke des Gerätes und die Energieeffizienzklasse. Was es damit auf sich hat, wie sie sich konkret auf den Stromverbrauch auswirkt und zu welcher Klasse man greifen sollte, verraten wir in diesem Artikel.

Das Energielabel

Um dem Verbraucher die Möglichkeit zu geben die Energieeffizienz unterschiedlicher Güter wie Elektrogeräten miteinander vergleichen zu können und so die Umstellung auf besonders energiesparende Modelle voranzutreiben, wurde das Energielabel 1998 eingeführt. Folgende Übersicht zeigt, wie es aufgebaut ist und welche Informationen es liefern muss.

Diese Angaben muss das Etikett liefern:

  • Name oder Warenzeichen des Lieferanten
  • Modellkennung
  • Energieeffizienzklasse
    Die Spitze des Pfeils muss auf die zutreffende Klasse zeigen
  • Jährlicher Energieverbrauch
    in Kilowattstunden (kWh)
  • Nutzinhalt gesamt
    Alle Fächer ohne Stern-Einstufung und Betriebstemperatur von über 6°C
  • Gefrierfächer
    Sämtliche Gefrierfächer mit Stern-Einstufung und einer Temperatur von unter 6°C werden hier subsummiert. Außerdem findet sich hier die Stern-Einstufung des Faches mit der höchsten Einstufung.
  • Luftschallemissionen in Dezibel (dB/A)
    Unter Luftschall- oder Geräuschemissionen versteht man die Lautstärke des Gerätes. Energielabel von Weinkühlschränken geben an dieser Stelle Auskunft darüber, wie viele Flaschen der Standardgröße 0,75 Liter im Gerät gelagert werden können.

Die Energieeffizienzklassen

  • A+++ (höchste)
  • A++
  • A+
  • A
  • B
  • C
  • D (niedrigste)

Die Klassen reichten am Anfang von G bis A. Da die Technik von Kühlgeräten stetig verbessert wurde, stieg in Folge dessen auch die Energieeffizienz und die Skala musste erweitert werden. So wurde sie 2003 um die Klassen A+ und A++ ergänzt und nur 8 Jahre später 2011 um die aktuell höchste A+++. Seit dem dritten Quartal 2012 müssen von ein paar Ausnahmen abgesehen alle neuen Kühl- und Gefriergeräte im Handel mindestens Klasse A+ entsprechen. Die 7 Klassen werden auf dem Etikett in absteigender Reihenfolge aufgelistet und jeder Klasse wird eine Farbe zugewiesen, die dem Verbraucher auch visuell sofort darüber aufklärt, ob es sich um ein effizientes Gerät handelt oder nicht. So ist die Klasse D beispielsweise rot und A+, A++ und A+++ grün.

Ein Nachteil dieser Kennzeichnung ist, dass der Anreiz für die Hersteller noch effizientere Geräte zu realisieren nicht hoch genug ist, weil dies nicht in Form von beispielsweise einem vierten Plus, also A++++ für den Verbraucher kenntlich gemacht wird und so zu einem lohnenden Wettbewerbsvorteil würde. Zur besseren Einschätzung dient als zusätzliche Angabe deshalb der Stromverbrauch pro Jahr. Mithilfe dieser Angabe kann man unterschiedliche Geräte auch der selben Energieeffizienz-Klasse miteinander vergleichen. Entscheidend ist, dass die Spezifikationen dabei möglichst identisch sind, also Nutzinhalt und Gefrierfach möglichst gleich groß sind. Es bleibt abzuwarten, wie die EU die Kennzeichnung zukünftig regeln wird.

Energieeffizienzklasse VS Stromverbrauch

Ein häufiger Irrtum besteht darin, die Energieeffizienzklasse mit dem Stromverbrauch gleichzusetzen. Also anzunehmen, dass ein Kühlschrank mit Energieeffizienzklasse A++ zwangsläufig weniger Strom verbrauchen würde als ein Gerät der Klasse A+. Die Angabe der Energieeffizienz bezieht sich allerdings tatsächlich auf die Effizienz des jeweiligen Gerätes.

Als Grundlage zur Einteilung in die entsprechende Energieeffizienzklasse dient der sogenannte Energieeffizienzindex, welcher zu diesem Zweck errechnit wird. Dabei werden Rauminhalt (Nutzinhalt) sowie die zutreffende Geräteklasse als Kriterien berücksichtigt und mit dem Referenzwert aus derselben Größenklasse verglichen. Die Abweichung vom definierten Standard ist dann die Energieeffizienzklasse. Je niedriger der Wert nach der Berechnung ausfällt, je höher ist die Einstufung am Ende.

Das bedeutet, dass es beispielsweise für einen Single keinen Sinn macht statt einem Kühlschrank mit 120 Liter Nutzinhalt, 15 Liter Gefrierteil und Energieeffizienzklasse A++ ein Gerät der Klasse A+++ zu kaufen, das 500 Liter Nutzinhalt und einenen Gefrierteil mit 200 Litern hat. Der Stromverbrauch liegt beim größeren Kühlschrank trotz höherer Energieeffizienz deutlich höher.

Ersparnis

Für die Praxis ist vor allem interessant, um wie viel Prozent Geräte unterschiedlicher Energieeffizienzklassen im direkten vergleich tatsächlich auseinander liegen und ob sich die Mehrinvestition in ein oder zwei Plus mehr auch wirklich rechnet. Wie oben bereits beschrieben, sollte immer auch die Angabe zum Stromverbrauch pro Jahr bei der Entschdeidungsfindung berücksichtigt werden. Wie man die Stromkosten und die Gesamtkosten eines Kühlschranks bis zum Ende seiner Nutzungsdauer errechnen kann, verraten wir hier. Die folgende Tabelle zeigt, wie viel man wirklich sparen kann.

Beispielrechnung

Kühlschrank
mit Vier-Sterne-Gefrierfach
ABCD
EnergieeffizienzklasseAA+A++A+++
Stromverbrauch
pro Jahr
200 kWh160 kWh120 kWh80 kWh
Ersparnis
gegenüber EEK A
-20 Prozent40 Prozent60 Prozent
Stromkosten
Pro Jahr gegenüber EEK A
60 Euro48 Euro36 Euro24 Euro
Ersparnis
Pro Jahr
-12 Euro24 Euro36 Euro
Stromkosten
In drei Jahren
180 Euro144 Euro108 Euro72 Euro
Stromkosten
In fünf Jahren
300 Euro240 Euro180 Euro120
Stromkosten
In 10 Jahren
600 Euro480 Euro360 Euro240 Euro
Angenommener Strompreis: 0,30€ / kWh

Die Differenz von A zu A+++ beträgt bis zu 60 Prozent und ist damit gewaltig. Auch der Sprung von A zu A++ ist mit circa 40 Prozent riesig. Aber auch Geräte der Klasse A+ können sich bei rund 20 Prozent weniger Energie durchaus rechnen. Vorausgesetzt, der mit jedem Plus meist zunehmende Kaufpreis macht die niedrigeren laufenden Kosten nicht wieder zunichte.

Einen Blick wert ist auch die Rechnung vom Umweltbundesamt, die als Ausgangsbasis für unsere Berechnung dient.

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