So laut sollte ein Kühlschrank maximal sein

Wie laut ist ein Kühlschrank? Zwar müssen Hersteller Angaben zu den Geräuschemissionen machen in Dezibel machen, jedoch können sich nur die wenigsten etwas Konkretes unter dieser Zahl vorstellen. Wir bringen Licht ins Dunkel und verraten, worauf es ankommt und wie laut ein Kühlschrank maximal sein sollte.

Was für den Kühlschranklärm verantwortlich ist

In erster Linie ist der Kompressor für den entstehenden Lärm verantwortlich. Er sorgt dafür, dass die Temperaturen in Kühl- und Gefrierteil konstant bleiben und schaltet sich daher immer ein, wenn die Kühlschranktemperatur ansteigt. Seine Aufgabe ist nicht etwa, kalte Luft in das Gerät zu befördern, sondern diesem die Wärme zu entziehen und an die Umgebungsluft abzugeben. Neben dem typischen Laufgeräusch des Kompressors kann es bei einigen Geräten unter anderem zu Vibrationsgeräuschen kommen. Entweder einzelne Bauteile oder das Gehäuse werden vom Kompressor zum Schwingen gebracht und eine störende Geräuschkulisse entsteht. Kompressoren minderer Qualität fallen in seltenen Fällen auch dadurch auf, dass sie regelmäßig für diese Kühlschrankkomponente untypische Geräusche produzieren. Von einem markanten Gluckern über eine Art Schlürfen bis hin zu merkwürdigen Klopfgeräuschen kann alles dabei sein. Meist treten diese Laute nur sporadisch auf und werden bei den verpflichtenden Messungen der Lautstärke in Dezibel und dem daraus resultierenden Wert nicht abgebildet.

Lärmquellen kennen – Lautstärke reduzieren

Auch wenn moderne Kühlschränke über eine ausgezeichnete Isolierung verfügen – nach und nach gleicht sich die Temperatur im Inneren der Raumtemperatur an. Je höher die Differenz ist, je schneller geht dieser Prozess vonstatten. Es gibt aber noch weitere Gründe für den Kompressor, sich regelmäßig zu Wort zu melden. Öffnet man die Kühlschranktür, entweicht kalte Luft aus dem Inneren und wird durch warme Luft ersetzt, welche dem Gerät dann unter hohem Energieaufwand wieder entzogen werden muss. Deshalb sollte man einen Kühlschrankt so selten und kurz wie möglich öffnen. So kann man direkten Einfluss auf die Geräuschemissionen nehmen und diese gering halten. Eine große Rolle spielt der Standort im Allgemeinen. Direkte Sonneneinstrahlung macht Kühlgeräten aller Art ordentlich zu schaffen und nötigt ihnen einiges ab, um die optimalen Kühlschranktemperaturen aufrecht erhalten zu können. Auch andere Wärmequellen unterschiedlicher Art wie Heizkörper, Spülmaschinen und Backöfen sollten sich möglichst nicht in unmittelbarer Nähe befinden. Ein hyperaktiver Kompressor sorgt eben nicht nur für Lärm, sondern auch für einen deutlich höheren Stromverbrauch und dadurch hohe laufende Kosten. Man sollte bei einem Neukauf auch darauf achten, dass die Klimaklasse zu den Gegebenheiten vor Ort passen und die empfohlenen Temperaturbereiche übereinstimmen. Kühlschränke sind für bestimmte klimatische Verhältnisse ausgelegt. Weichen die tatsächlichen Bedingungen regelmäßig oder dauerhaft stark davon ab, kann auch dies dazu führen, dass der Kompressor mit Mehrarbeit versucht dies zu kompensieren, da das Gerät technisch zum Beispiel für niedrigere Temperaturen ausgelegt ist und bei zu hohen Raumtemperaturen schlicht überfordert ist. Das erhöht die Geräuschemissionen und reduziert die Lebensdauer des Kühllaggregats.

Wie wir Lärm wahrnehmen

Lärm ist eine sehr subjektive Empfindung. Die Toleranz gegenüber Geräuschen kann von Person zu Person sehr unterschiedlich ausfallen. Was dem einen bereits gewaltig auf die Nerven geht, nimmt ein anderer möglicherweise gar nicht wahr. Bei Kühlschränken und anderen Haushaltsgeräten kann die erreichte Lautstärke durchaus eine Rolle spielen und sollte deshalb neben dem Anschaffungspreis und dem Energieverbrauch mit den damit verbundenen Kosten immer als Kriterium berücksichtigt werden. Immer wenn der Kompressor sich in Bewegung setzt, entstehen Schwingungen die sich über die Luft als Schallwellen ausbreiten. Unsere Ohren nehmen diese Schallwellen auf und interpretieren diese anhand ihrer Eigenschaften entsprechend in elektrische Signale zu übersetzen, die an das Gehirn geleitet und dort interpretiert werden. Neben dem Schalldruck, also der Lautstärke der Schallwellen, spielt die Tonhöhe, also die Frequenz, eine große Rolle. Der Schalldruck wird in Dezibel (dB) angegeben.

Lautstärke VS Dezibel

Je mehr Dezibel ein Geräusch hat, je unangenehmer wird es für unser Gehör. Neben Konzentrationsstörungen können auch gravierendere Auswirkungen auf die Psyche und im Extremfall sogar dauerhafte Schäden des Gehörs die Folge sein. Nun ist ein Kühlschrank kein Düsenjäger und auch keine Motorsäge. Deshalb spielen dauerhafte Schäden bei zeitgemäßen Kühlgeräten auch keine Rolle.

Bei der herstellerseitigen Angabe in Dezibel die auch auf dem Energielabel abgebildet sein muss handelt es sich um eine logarhitmische Größe. Um verstehen zu können wie viel ein oder zwei Dezibel mehr oder weniger ausmachen können und wie groß der Unterschied in der Wahrnehmung in der Praxis ist, soll die Bedeutung hinter dem Begriff dahinter kurz erläutert werden.

Es handelt sich bei der Lautstärke in Dezibel nicht um einen absoluten Wert. Das wäre der Fall, wenn 20 Dezibel doppelt so laut wären wie 10 Dezibel und 40 Dezibel entsprechend doppelt so laut wie 20 Dezibel. Tatsächlich verdoppelt sich der Schallpegel aber nicht jeweils wie in diesem Beispiel wenn der Wert in Dezibel sich verdoppelt, sondern bereits ab einer Änderung des Schallpegels um etwa 10 Dezibel. Also 20 Dezibel würden subjektiv zwar tatsächlich etwa doppelt so laut wahrgenommen werden wie 10 Dezibel – aber 40 Dezibel würde man eben nicht nur als doppelt so laut empfinden (dies wäre bei 30 Dezibel der Fall) sondern als dreimal so laut.

Wie laut darf ein Kühlschrank sein?

Fast alle neuen Geräte bewegen sich bei einer Lautstärke zwischen 35 und 45 Dezibel. Als besonders angenehm werden Kühlschränke wahrgenommen, die die 40-Dezibel-Marke nicht überschreiten. Es seidenn, der Kühlschrank wird ohnehin in einer Umgebung eingesetzt, die nie zur Ruhe kommt. In der Werkstatt oder im Party-Keller spielt die Lautstärke keine allzu große Rolle. In der heimischen Küche sollten auch 41 oder 42 Dezibel fast immer hinnehmbar sein – sofern es sich um einen abgeschlossenen Raum handelt, der nicht direkt mit dem Wohnzimmer verbunden ist wie dies bei offenen Küchen der Fall ist. Wenn man sich jedoch regelmäßig in der Küche aufhält um dort Zeitung zu lesen, Kaffee zu trinken und in aller Ruhe zu essen, sollte man auch hier besser auf ein Modell mit niedrigen Luftschallemissionen zurückgreifen. Auch kleine Wohnungen mit dünnen Wänden oder Studentenzimmer und WG-Zimmer sind der falsche Ort für Krawallmacher. Die räumlichen Gegebenheiten und die individuelle Situation sollten deshalb immer mit einkalkuliert werden.

30 Dezibel entsprechen etwa der Lautstärke eines Computer-Lüfters oder leichtem Wind, 50 Dezibel normalem Regen oder leider Radiomusik. Bei etwa 40 Dezibel liegt die Konzentrationsstörungsschwelle. Je lauter der Kühlschrank über dieser Schwelle liegt, je mehr Menschen nehmen ihn auch als Störenfried wahr. Einige Hersteller bieten auch Geräte an, die nicht auf einen Kompressor angewiesen sind sondern mit alternativen Technologien kühlen. Hier verursacht meist nur ein Lüfter überschaubare Geräuschemissionen die oft nur bei um die 30 Dezibel liegen. Es gibt sogar Geräte die es auf nur 0 Dezibel bringen sollen und damit theoretisch lautlos – oder so leise wie die Fensterdeko – sind. Der Nachteil hier ist aber, dass der Energieverbrauch fast immer deutlich höher liegt. Man erkennt dies bereits daran, dass die Energieeffizienzklasse oft bei B liegt und nicht etwa bei A+, A++ oder gar A+++. Hier muss man Prioritäten setzen. Die Auswahl an besonders leisen Geräten ist aber überschaubar.

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